Anwendungsbeispiele zur Folienbestäubung

Zahlreiche Folientypen (z.B. Verbund-, Siegel-, und Schrumpffolie) und Folienmaterialien (z.B. PET, PE, PVC, PO, PE/PA/PP) zeigen während Produktion und Weiterverarbeitung eine natürliche Klebeneigung aufgrund von Adhäsion und elektrostatischer Effekte.

Diese Probleme treten dabei für unterschiedlichste Produkte und Produktionsverfahren auf:

Die lebensmittelkonformen KSL-Trennpuder eskal und esstar wirken der Klebeneigung entgegen, ermöglichen eine hohe Produktivität bei der Weiterverarbeitung der Folien und erleichtern dem Endnutzer z. B. das Öffnen von Plastikbeuteln.

Blasfolienextrusion (u.a. Double-, Triple-, Multi-Bubble)

Bei der Herstellung von Folienschläuchen mittels Multi-Bubble-Technologien werden in einem mehrstufigen Prozess biaxial-verstreckte Mehrschichtfolien produziert, welche sich durch hohe Barriereeigenschaften, große Robustheit und hohe Transparenz auszeichnen. Dadurch eignen sich diese Folien hervorragend für Lebensmittelverpackungen.  

Bei diesem Prozess wird der Folienschlauch zumeist vertikal von oben nach unten extrudiert, aufgeblasen und anschließend direkt wassergekühlt. Zur Erzielung hoher Barrierewerte und großer Stabilität wird die Folie in anschließenden Schritten nochmals erwärmt und gekühlt.  

Durch die erneuten Erwärmungsprozesse besteht die Gefahr, dass die innenseitige Siegelschicht beim anschließenden Flachlegen des Folienschlauchs aneinander klebt. Dies wird durch den Einsatz von KSL-Trennpudern verhindert. Dabei wird der Puder direkt nach der Extrusion auf die Innenseite des Folienschlauchs aufgesprüht. Beim nachfolgenden Aufwickeln wird dadurch zusätzlich ein Antiblockeffekt erzielt, so dass anschließende Weiterverarbeitungsschritte selbst vollautomatisch problemlos durchgeführt werden können. Gleichzeitig wird auch für den Endnutzer die Handhabung von Folienprodukten (z. B. Plasitikbeutel) erleichtert. 

Da im Bereich der Extrusionsdüse sehr hohe Temperaturen vorherrschen, wird hier unser eskal-Puder aus natürlichem Calciumcarbonat eingesetzt. Dieser mineralische Puder ist temperaturstabil und nicht brennbar, so dass keine Gefahr einer Staubexplosion besteht. Aufgrund der üblicherweise vertikalen Laufrichtung des Folienschlauchs werden meist eher feine und damit leichte Puder wie eskal 10 und eskal 15 (plus) eingesetzt. Die einzelnen Körner dieser Puder sind dabei so fein, dass sie beim fertigen Produkt nicht mehr sichtbar sind. 

Für eine effektive Trennwirkung müssen die einzelnen Partikel des Trennpuders alle in etwa denselben Durchmesser haben. Unsere eskal-Produkte gewährleisten dies durch perfekt aufeinander abgestimmte Mahl-, Sieb- und Sichtprozesse. Dadurch wird eine effektive Trennung bei minimalem Pudereinsatz ermöglicht. Der Auftrag erfolgt dabei vollautomatisch mit Minimalauftragssystemen.  

Unsere eskal-Puder sind vollumfänglich für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Calciumcarbonat ist als Lebensmittelzusatzstoff E 170 weit verbreitet und auch für Bio-Produkte zugelassen. Entsprechende Zertifizierungen gemäß europäischen (u.a. 1935/2004/EG; 2023/2006/EG; 1333/2008/EG; 231/2012/EU; 2020/356/EU) und internationalen Verordnungen (z.B. FDA) liegen vor und werden regelmäßig erneuert. Ebenso sind unsere eskal-Puder als koscher inkl. Pessach (Passover) zertifiziert. 

Flachfolie

Bei der Flachfolienherstellung können störende Adhäsionskräfte den Produktionsprozess und die Weiterverarbeitung beeinträchtigen, denn nach dem Wickel kann es zum Blocken oder zum Verzug der Folie kommen. KSL-Puder verhindern diese Problematik effektiv. Sie werden daher meist direkt vor dem Wickel vollautomatisch mittels Minimalauftragssystemen auf die Folienbahn aufgesprüht. Dadurch wird die Prozesssicherheit maximiert und die Produktivität erhöht.

Positiver Nebeneffekt ist, dass die eingesetzten KSL-Trennpulver mögliche Materialunebenheiten in der Folienbahn ausgleichen. Bei der Produktion von sehr langen Folienbahnen kann es immer wieder zu minimalen Unregelmäßigkeiten der Foliendicke kommen. Treten diese Abweichungen dabei produktionsbedingt immer an der gleichen Stelle quer zur Folienbahn auf, summiert sich dieser Effekt auf und resultiert in einem ungleichmäßigen Wickel.  

Die Auswahl des richtigen Trennpuders wirkt diesem Effekt entgegen. Je gleichmäßiger seine Pudersortierung, desto effektiver ist dessen Wirkung. Somit ist mit der KSL esstar-Reihe ein sparsamerer Auftrag im Vergleich zu unsortierten Pudern möglich.

Unsere esstar-Puder werden aus nativer Stärke hergestellt, einem 100 % natürlichem und nachwachsenden Rohstoff. So stammt das Material aus der Natur und kann dieser auch nach dem Einsatz als Trennmittel wieder problemlos zugeführt werden. Ebenso ist der Verbleib auf dem Produkt, v.a. wenn dieses für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt ist, ohne Einschränkungen möglich, da die eingesetzte Stärke selbst ein Lebensmittel ist. Die entsprechenden Zertifikate (z.B. ISEGA, Kosher) liegen vor.  

Alle esstar-Puder nehmen elektrostatische Aufladung an, was eine gute Haftung auf der Folienoberfläche fördert. Eine noch bessere Haftung auf unpolaren Oberflächen von beispielsweise PE und PP-Folien kann durch die oberflächenbehandelten esstar plus Puder erreicht werden, welche zudem hydrophobe (wasserabweisende) Eigenschaften aufweisen. Je nach Folienmaterial und Anwendung werden überwiegend die Puder esstar 20, 22 oder 30 in der unbehandelten oder der oberflächenbehandelten Variante esstar plus eingesetzt. 

Gerne beraten wir Sie bei der Auswahl des richtigen esstar Puders.

Folienbeutel

Bei der Fertigung, Weiterverarbeitung und Befüllung von Kunststoffbeuteln können natürlich auftretende Adhäsionskräfte zu Problemen bei den meist vollautomatisch ablaufenden Prozessen führen. 

Durch den Einsatz von qualitativ hochwertigen esstar-Trennpudern können diese Probleme deutlich reduziert, die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht und Maschinenstillstand verhindert werden. Bewährt hat sich dabei KSL esstar 30, ein Trennpulver aus nativer Stärke mit sehr gleichmäßiger Partikelgrößensortierung, welches einen minimalen Pudereinsatz ermöglicht. Dies senkt die Kosten und verhindert eine unnötige Verschmutzung der Produktionsumgebung durch Feinstaub.

Die Beutel werden in der Regel auf den Außenseiten bepudert. Dies verleiht den Beuteln ein besseres Gleitvermögen, wodurch vor allem die Weiterverarbeitung störungsfrei und somit schneller ablaufen kann.  

In manchen Fällen kann auch eine Innenbestäubung notwendig sein, die im Bedarfsfall in bereits vorangegangen Prozessschritten durchgeführt wird. Die Bepuderung der Beutelinnenseiten wirkt antistatisch und ermöglicht beim späteren Befüllen ein problemloses, vollautomatisches Öffnen der Beutel. 

Da es sich bei der eingesetzten Stärke selbst um ein Lebensmittel handelt, kann dieses bedenkenlos auch für Folienbeutel eingesetzt werden, welche später mit Lebensmitteln befüllt werden sollen. Entsprechende Zertifikate hinsichtlich der Lebensmitteltauglichkeit (u.a. ISEGA, Kosher) liegen vor. 

Wursthüllen

Kunststoffdärme bzw. Wursthüllen aus Kunststoff werden als lange Schläuche produziert. Beim anschließenden Flachlegen bzw. Aufwickeln des Folienschlauchs werden die glatten Innenseiten zusammengepresst, wodurch starke Adhäsionskräfte entstehen. Diese Kräfte verhindern in der Folge ein problemloses Öffnen und somit die Befüllung der Wursthüllen.  

Um dieser Problematik vorzubeugen, erfolgt eine Innenbepuderung mit einem lebensmittelechten Trennpulver. Bei unseren Produkten der esstar-Reihe handelt es sich um natürliche Stärkepuder, die für diese Zwecke ideal geeignet sind und auch entsprechend zertifiziert sind. Es werden zur Innenbepuderung von Wursthüllen bevorzugt gröbere Trennpuder wie esstar 30 oder esstar 45 verwendet.

Unsere esstar-Puder zeichnen sich durch ihre extrem gleichmäßige Kornsortierung aus. So trägt nahezu jedes Korn effektiv zur Trennung bei, wodurch die benötigte Pudermenge im Vergleich zu unsortierten Trennpudern deutlich reduziert und somit Kosten gespart werden können.